Monthly Archives: November 2014

Medienkonsum für Kinder: das richtige Maß finden in 7 Schritten

Der Medienkonsum unserer Kinder ist seit langem ein Dauerbrenner bei den Diskussionen zwischen meinem Mann und mir. Wir haben bereits viele verschiedene Arten ausprobiert, waren dann eine Zeit lang zufrieden, um dann doch festzustellen, dass wir nicht glücklich damit sind. Also ging es in die nächste Runde des Experimentierens.

Mittlerweile hat sich bei uns ein Abstimmungs- und Erprobungsprozess eingespielt, den man in 7 Schritten beschreiben kann:

 

  1. Unzufriedenheit bemerken

Feststellen, dass ich mit dem momentanen Zustand nicht zufrieden bin. (Wir haben in der Regel das Gefühl, dass die Kinder zu viel vor den Medien hocken, obwohl wir keinen Fernseher zu Hause haben).

 

  1. Die Unzufriedenheit den anderen mitteilen

D.h. meinem Mann und dann auch den Kindern sagen, dass ich mit der momentanen Situation nicht zufrieden bin und begründen warum

 

  1. Miteinander reden

Wenn es bei uns wichtige Dinge zu besprechen gibt, verabreden wir uns zur Familien-. Das ist dann ein verbindlicher Termin für alle Familienmitglieder. Jeder kommt zu Wort und sagt, was ihn zu diesem Thema unter den Nägeln brennt. Das ist nicht immer leicht, dass die Kinder bei der Sache bleiben, wenn sie bspw. sich lieber mit ihrem Freund verabreden oder spielen würden. Wir haben bei uns eingeführt, dass, wer kein Interesse hat, mitzureden, eben auch nicht mitbestimmen kann, wenn wir eine Entscheidung treffen.

 

  1. Alle machen einen Vorschlag

Jeder bekommt genügend Zeit und Raum, damit alle gemeinsam das Thema diskutieren und ihre Wünsche aussprechen können. Wenn jeder erzählt hat was ihn beschäftigt bzgl. des Themas holen wir von jedem einen Vorschlag zur Problemlösung ein. Manchmal gibt es auch gleiche Vorschläge, umso besser, so ist es einfacher einen Kompromiss zu finden.

 

  1. Gemeinsam Ausprobieren

Wenn sich alle Familienmitglieder nicht auf einen Lösungsvorschlag einigen können (was bei uns sehr oft der Fall ist), dann nehmen wir die verschiedenen Vorschläge und probieren sie der Reihe nach aus. (Je nach Problem über einen entsprechenden Zeitraum. Bei uns ist das in der Regel eine Woche lang).

 

  1. Zusammenkommen und Erfahrungen austauschen

Nach der „Probezeit“ kommen wir alle wieder zusammen und schauen, wie es uns damit ergangen ist. Meist sehen wir dann schon, wo es bei der Umsetzung Probleme gibt.

Auch wenn wir eine gemeinsame Lösung gefunden haben, setzen wir uns immer nach einer bestimmten Zeit wieder zusammen , um zu sehen, ob alle Familienmitglieder mit der gefundenen Lösung zufrieden sind.

 

7. „verbesserte“ Lösung gemeinsam beschließen

Wenn wir uns ausgetauscht haben und in der Regel noch einige Dinge geändert haben, setzen wir die „verbesserte Lösung“ dann um.

 

In den meisten Fällen kommt einer der Familienmitglieder nach einer bestimmten Zeit (das können Wochen oder auch Monate oder noch länger sein) zu dem Schluss, dass er unzufrieden ist. Dann beginnt wieder alles bei Schritt 1.

 

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5 Fragen, die ich mir jedes Jahr vor dem Laternenumzug stelle

Jedes Jahr ist in der Schule Martinsumzug. Alle, die wollen gehen dann mit den Laternen in den nahegelegenen Wald. Dort findet dann der Umzug statt, der bis zu einer Feuerstelle geht. Am Lagerfeuer treffen sich alle, es gibt Weckmännchen und noch eine Runde Gesang. Während die Kids den Wald erobern, stehen die Eltern beisammen und reden miteinander.

 

  1. Wer hält die Laterne?

Die Gretchenfrage seitdem die Kinder die Laterne tragen. Anfangs ist die Begeisterung immer sehr groß. Spätestens nach der Hälfte wird einer der Jungs unruhig und drückt mir die Laterne in die Hand, damit er mit seinen Kumpels losstürmen kann. Mittlerweile sind die Jungs groß genug, um die Laterne alleine zu tragen. Aus diesem Grund sage ich bereits im Vorfeld, dass ich nicht als Laternenträgerin fungiere. Wenn wir dann später an der Feuerstelle sind, mache ich die Kerze aus und stelle die Laterne neben mir ab. Dieses Jahr bastelte Cayo zwar eine schöne Laterne, die er beim Umzug jedoch nicht mitnehmen wollte, da sie da nur „störte“, wie er uns erklärte.

 

  1. Finde ich die Aktion lästig oder macht sie mir Spaß?

Die Antwort ist bei mir stark vom Wetter abhängig. Bei Nieselregen und nasskaltem Wetter sehe ich es eher als Liebesbeweis für die Jungs. Ansonsten ist es immer wieder nett, mal aus voller Brust altbekannte Lieder zu singen und im dunklen Wald umher zu spazieren. Am Lagerfeuer ist die Stimmung bei einem Glas Glühwein in netter Runde ganz schön. Endlich hat mal Zeit mit Eltern ins Gespräch zu kommen, mit denen man sonst nicht so ausführlich redet.

 

  1. Was packe ich für den Laternenumzug ein?

Inzwischen ist es ein Klassiker, dass ich in der Thermoskanne Glühwein mitnehme. Wie viel Glühwein und Tee nehme ich diesmal mit? Das hängt von meiner Lust und Laune ab. Was immer ganz gut ankommt, sind ein paar Brezeln und wenn die Zeit ganz knapp ist, dann eben ein paar Reiswaffeln oder Zwieback.

 

  1. Wie gehe ich damit um, wenn die Laterne in Flammen aufgeht bzw. kaputt geht?

Zu aller erst ruhig bleiben, auch wenn ich selbst traurig bin, dass die mühevoll gebastelte Laterne nun hinüber ist. Dann nehme ich meinen Sohn fest in den Arm und sage ihm, dass ich auch sehr traurig darüber bin und mit ihm mitfühle und dass ich die schöne Laterne in guter Erinnerung habe. Dieses Jahr wurde die Laterne von Silas von anderen Kindern kaputt gemacht und ich muss wirklich sagen, wie schwer es mir fiel, da ruhig zu bleiben, weil ich wusste, wie sehr er sich Mühe gegeben hatte und wie wichtig ihm die Laterne war. Aber manchmal passieren eben auch sehr ungerechte Sachen im Leben auch das gehört dazu. Ich habe ihm angeboten, dass er die Laterne ein zweites Mal gemeinsam mit mir zusammen bastelt und wir sie dann zu Hause aufstellen, quasi nach dem Motto: so leicht lasse ich mich nicht unterkriegen.

 

  1. Wann gehen wir nach Hause?

Die letzten Jahre war es immer klassisch eine Frage von Flo und mir, weil wir entweder müde waren oder es uns zu kalt und nass war. Meist verhandelten wir noch ein wenig darüber und blieben in der Regel länger als wir selbst wollten. Dieses Jahr war es sehr ungewöhnlich. Cayo war recht schnell an dem Punkt, dass er „endlich“ nach Hause wollte während wir Erwachsenen in netten Gesprächen vertieft waren und überhaupt nicht nach Hause wollten. Das Ende vom Lied war, dass Silas recht früh mit seinem besten Freund zu ihm nach Hause ging und Cayo sich mit seinem Freund verabredete, so dass Flo und ich plötzlich volle Entscheidungsfreiheit hatten. Das hat uns völlig überrascht.

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5 Tipps wie das Einleben im neuen Stadtteil ein Abenteuer werden kann

Wir sind im August umgezogen und renovieren immer noch fleißig in unseren neuen zu Hause, daher war es auch im Blog etwas still, was sich nun wieder ändern wird.

Einleben mit Kindern im neuen Stadtteil:

5 Tipps wie daraus ein Abenteuer werden kann

 

1. Neue Leute kennenlernen

Als wir erfahren haben, dass wir umziehen, haben wir in der neuen Nachbarschaft zusammen mit den Kindern eine Runde gemacht, und uns bei den Nachbarn vorgestellt. Viele der Nachbarn waren positiv überrascht, dass wir vorbeigeschaut haben und freuten sich darüber. So konnten erste Kontakte geknüpft werden und wir wussten, wo überall Kinder wohnen. Bei den Nachbarn, die nicht da waren, warfen wir eine kleine vorbereitete Karte in den Briefkasten, auf der wir uns kurz vorstellten. Mit den Kindern sprachen wir über unsere neuen Nachbarn und deren Kinder und natürlich darüber, wer welche Haustiere hatte. So stellte sich bei den Kindern bereits eine Vorfreude auf das neue zu Hause ein.

 

 2. Die Ankunft feiern

Als wir schließlich umgezogen sind, luden wir relativ zeitnah unsere nächsten Nachbarn zu einem Baustellen-Fest ein (da wir noch mitten beim Renovieren waren). Es ging ganz rustikal zu: auf der Terrasse stand ein Tisch und es gab Kartoffelsalat und Würstchen und Knabber-Rohkost. Es war wichtig, sehr zeitnah, die Nachbarn einzuladen, um relativ schnell in Kontakt mit ihnen zu kommen. Da war es auch überhaupt nicht schlimm, dass wir noch mitten am Renovieren waren und überall Umzugskartons herumstanden – bis unser Zu Hause „richtig eingerichtet ist“ dauert es noch einige Zeit und so lange wollten wir nicht warten. Das Fest war ein voller Erfolg, die Kinder schlossen erste Freundschaften und wir fühlten uns sehr gut willkommen geheißen.

 

3. Den Stadtteil erforschen

Zusammen mit den Kindern zogen wir wie die Abenteurer los und erkundeten den Stadtteil. Wo gibt es den nächsten Supermarkt, wo liegt der nächste Kiosk. Was hatte welcher Laden im Sortiment?Die Kinder entdeckten viele kleine Lädchen und stöberten Ewigkeiten. Wir ließen uns so richtig treiben und fast war es so, als ob wir im Urlaub wären.

Neben der ganzen Einkauferei erforschten wir natürlich auch, welche Spielplätze, Fussball-Plätze und sonstige Grünflächen es gibt.

Die Stadtbücherei wurde unter die Lupe genommen und reichlich getestet.

 

4. Neue Hitlisten erstellen

Da wir durch den Umzug unsere Lieblingseisdiele hinter uns ließen, machten wir uns auf die Suche nach einer neuen Lieblingseisdiele und testeten alle Eisdielen im Stadtteil aus. Das gleiche machten wir mit den Bäckereien. Das gemeinsame Aussuchen und Testen machte viel Spaß und schweißte uns auch als Familie zusammen, als wir einstimmig entschieden, wer künftig unser Sonntags-Bäcker sein sollte.

 

5. Neu Wege kennenlernen

Wichtig war uns auch, den Kindern die Sicherheit zu geben, dass sie sich alleine im Stadtteil bewegen können. Dies bedeutete, dass wir viel zu Fuß gegangen sind, so dass sich die beiden den Weg zur S-Bahn oder Bus , zur Eisdiele, zum Bäcker oder Supermarkt merken konnten.

Mittlerweile gehen wir auch mal einen anderen Weg zur S-Bahn, um die Gegend kennenzulernen oder nehmen das Fahrrad, um spazieren zu fahren.

Spannend ist auch eine Nachtwanderung durch den neuen Stadtteil, so erlebt man die Umgebung aus einer ganz anderen Perspektive.

 

 

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