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Horizont-Erweiterung dank der WM

Ich muss gestehen: mit Fußball habe ich gar nichts am Hut – auch nicht, wenn Deutschland spielt.

Da gehe ich lieber bummeln und genieße es, mal in leeren Geschäften in aller Seelnruhe mich umzuschauen.

Meine Jungs sind im WM-Fußball-Karten-Fieber. Symtpome: sie tragen ständig ihr Taschengeld zum Rewe, in der Hoffnung, einige Karten abzustauben oder fragen die Leute beim Bezahlen an der Kasse, ob sie ihre Karten bekommen können.

Die beiden haben sich mit Freunden zusammengetan, damit sie das Sammelalbum voller Glitzer-Karten voll bekommen. Dabei waren sie ganz erfolgreich: es fehlen nur noch 3 Karten.

Silas wollte bereits bei Ebay die restlichen Karten ersteigern. Ich schlug den Jungs vor: “Macht doch bei Rewe einen Aushang , welche Karten ihr sucht und gegen welche ihr tauschen könnt!”

Die Begeisterung war groß. Gemeinsam schrieben wir einen Aushang am PC und die beiden hängten die Zettel auf.

Wir hörten nichts und vergaßen die ganze Sache.

Neulich am Abend klingelte dann mein Handy. Ich war nicht schnell genug dran, so dass die Mailsbox angegangen war. Als ich die Nachricht hörte, nuschelte ein Typ irgendetwas von Fußball-Karten. “Fußball-Karten?” Keine Ahnung. Da hatte sich wohl jemand verwähtl. 5 Minuten später klingelte es nochmals.

“Hey, ich hab gesehen, dass du Fußball-Karten tauschen willst!”

Ich stand immer noch auf dem Schlauch, bis es mir endlich dämmerte und ich verstand, dass es um den Aushang bei Rewe ging.

“Ach so, das sind die Karten meiner beiden Jungs. Ich muss mal im Album nachsehen!”

Schnell stürmte ich ins Kinderzimmer und fand das Album zum Glück sofort. Dann begannen die Verhandlungen…

Am nächsten Morgen um 7.00 Uhr stand ich dann vor dem Rewe mit einer Glitzerkarte und einer normalen Karte in der Hand, die ich gegen eine andere Glitzerkarte von den beiden Jungs eintauschen würde.

Warum habe ich eigentlich nicht die Jungs zum Tauschen geschickt? Ich war so in meine Verhandlungen vertieft gewesen, dass ich gar nicht auf die Idee kam, zu sagen, dass die Jungs kommen würden und schließlich hatte ich ja auch überhaupt keine Ahnung, was für ein Typ dort aufkreuzen würde.

So stand ich nun um 7.00 Uhr da und grinste in mich hinein. Hätte ich mir jemals träumen lassen, dass ich irgendwann einmal frühmorgens mit einem wildfremden Menschen WM-Fußball-Karten tauschen würde?

Was sage ich denn, wenn mich jemand trifft? Dann musste ich Farbe bekennen…

Ein junger Mann, Mitte 20 kam im blauen Monteursanzug auf mich zu. Wir wechselten ein paar Worte und tauschten dann die Karten. Für alle weiteren Verhandlungen verwies ich den jungen Mann an meine beiden Jungs persönlich. Ich hatte  bereits meinen Horizont erweitert…

Jetzt waren die Jungs dran.

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Hirnfrost

Kennt ihr diesen Begriff nicht? Nein?

Ich kannte ihn bis vor kurzem auch nicht. Jetzt habe ich dazugelernt, als ich mich mit Silas unterhalten habe.

„Mama, hast du nicht auch manchmal Hirnfrost beim Eisessen,“ fragte er mich beiläufig, während er seine große Portion Eis verschlang.

„Nein, aber was meinst du mit Hirnfrost?“

„Na, das ist so, wenn ich ganz viel Eis esse, dann wird es in meinem Kopf mit einen Mal ganz plötzlich total kalt, als ob mein Kopf einfriert – und das nenne ich Hirnfrost!“

Ich überlegte , wie es mir beim Eisessen ergeht, aber Hirnfrost hatte ich bisher noch nie – nur kalte Zähne, also sozusagen Frostzähne.

Ich war fasziniert, wie Silas für sich ein Wort erfunden hat, das genau das ausdrückt, was er für diesen einen Moment benötigt. Und das macht er ganz selbstverständlich, so nebenher.

Wenn es eben etwas noch nicht gibt, das für mich passt, dann erfinde ich es eben. Diese Einstellung finde ich eine schöne Haltung, um durchs Leben zu gehen.

Wann habe ich eigentlich zum letzten Mal ein neues Wort erfunden für etwas, was nur für mich passt?

Ich freue mich darauf, künftig meine eigenen Wortschöpfungen zu machen und dabei so richtig auf den Kopf zu hauen.

Wie einfach es doch manchmal ist, wieder ein Stück weit Kind zu sein.

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5 Momente

der letzten Woche,

bei denen ich mich ein Loch in den Bauch freute

 

  1. Als meine beiden Jungs strahlend nach 5 Tagen Klassenfahrt wieder in der Schule ankamen. Glücklich, 5 cm größer und um 1000 Erfahrungen reicher.
  2. Abends mit meinem Mann losgezogen und uns treiben lassen, wie in alten Zeiten, ohne nachzudenken, wie es den Kids zu Hause wohl geht.
  3. Beim Zis-Stipendiaten-Treffen,  (zis-reisen)  mich von neuen Ideen und jungen Menschen begeistern und insprieren und alte Bekanntschaften wieder aufleben lassen.
  4. Einen ganzen Abend nur für mich: wie herrlich: in Ruhe Rhabarber-Marmelade gekocht und eine Weile gemalt.
  5. Beim Besuch meiner Eltern alte Kindergeschichten aufgewärmt, an längst verstorbene liebgewonnene Menschen gedacht und erinnert und einen Streich aus meiner Kindheit heute, nach über 30 Jahren gebeichtet.

 

 

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Wie bringe ich meine Kinder dazu, gesunde Produkte zu essen?

Nudeln: die Mischung macht´s

Bei Nudeln mische ich immer Spaghetti (die normalen weißen) mit Vollkornspaghetti, so dass die etwas grauere Farbe nicht allzu sehr auffällt. Mein Tipp: erst mit dem Verhältnis: 1/3 Vollkornspaghetti und 2/3 weiße Spaghetti beginnen. Wenn dies anstandslos angenommen wurde, auf das Verhältnis ½ weiße und ½ Vollkornspaghetti steigern. Vorsicht: Nicht zu viele Vollkornspaghetti nehmen, sonst fällt die Sache auf und die ganze Mühe war umsonst.

 Brot: eine Sorte

Was das Brot bei uns anbelangt, so gibt es bei uns nur Vollkornbrot. Basta. Da haben sie Kinder eben keine andere Wahl und können damit leben.

Wasser: von Anfang an

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Daher ist bei  nur Wasser im Haus hat. Kein Saft, keine Linomaden. Bei uns gab es schon immer nur Leitungswaser als Getränk – von Anfang an. Unsere Kinder mögen gar nichts anderes. Wenn wir mal im Restaurant sind, dann trinken sie auch mal eine Apfelschorle oder ne Limo. Meist lassen sie sie dann jedoch stehen, weil es ihnen nicht schmeckt. Es ging ihnen nur darum, mal etwas anderes auszuprobieren. Kommen andere Kinder zu uns zu Besuch und verlangen Saft oder Limo, dann müssen sie auch Wasser trinken. Komischerweise ist das nie ein Diskussionsthema.

 Gemüse unsichtbar machen

Der Pürierstab ist ein Wunderwerk. Mit ihm kann man von Kindern ungeliebtes Gemüse bspw. in der Tomatesauce „verschwinden“ lassen. Geht auch wunderbar mit selbstgemachtem Fruchtjoghurt. Früchte einfach pürieren und entsprechend dosiert süßen.

Auf die Verpackung kommt es an: phantasievolle Namen wählen

Einen entsprechenden Namen wählen. Wer mag schon ein Rote-Beete-Risotto? Kein Kind! Aber eine rosa Lilly-Fee Reispfanne will jedes Mädchen auf dem Teller haben.

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Wie Jedis und Prinzessinen helfen, am Tisch eine gute Figur zu machen

Ich hatte die ständigen Ermahungen am Tisch einfach satt, „sitz gerade, nimm den Ellbogen vom Tisch,..“ Und so überlegte ich mir, wie ich die Dinge, die uns bei Tisch wichtig sind, anders verpacken kann.

Hier nun die Regeln, die bei Luke Skywalker und bei Star Wars gelten:

  1. Ein echter Jedi sitzt aufrecht am Tisch, als ob er ein Laserschwert verschluckt hat, denn dann ist er mächtig.
  2. Ein Jedi ist voller Würde. Er bleibt am Tisch aufrecht sitzen und führt mit der Gabel oder dem Löffel das Essen zum Mund und nicht umgekehrt.
  3. Ein Jedi hat dann viel Macht, wenn er sich wie einer verhält: ohne zu schmatzen, zu schlürfen und zu rülpsen oder mit vollem Mund zu reden.
  4. Ein Jedi muss zu jeder Zeit kampfbereit sein. Das kann er nur, wenn er seine Ellbogen vom Tisch nimmt.
  5. Ein Jedi braucht Nahrung, um Kraft und Energie zu bekommen. Dies gelingt nur, wenn er sich Zeit dafür nimmt, damit sich die Nahrung in Energie umwandeln kann. Das geht nicht, wenn man das Essen hinunterschlingt.
  6. Ein Jedi hat Respekt vor allen. Daher fragt er am Tisch, wenn er etwas haben will.

Die gleichen Regeln gelten natürlich auch für Könige und Königinnen oder Prinzessinnen!

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